„Man bereut am Ende nur das, was man nicht probiert hat“

ein Satz, der bei mir hängen blieb

Manchmal sind es nicht lange Gespräche oder große Ereignisse, die etwas in einem verändern, sondern ein einzelner Satz. Ein Satz, den man zufällig hört und der sich festsetzt.
Bei mir war es ein Lied – „Spring“ von Provinz – und besonders diese eine Zeile:

Als wir im Religionsunterricht die Aufgabe bekamen, bewusst eine Veränderung in unserem Leben umzusetzen und darüber zu reflektieren, musste ich sofort an dieses Zitat denken. Es hat mich schon vorher begleitet, aber ich habe nie wirklich danach gelebt. Dieses Projekt war für mich die Gelegenheit, das zu ändern und zu schauen, was passiert, wenn ich diesen Satz ernst nehme.


Wie es vorher für mich war

Bevor ich mich dazu entschieden habe, etwas zu verändern, habe ich sehr viel nachgedacht. Oft zu viel. Ich habe Situationen analysiert, Gespräche im Kopf schon zehnmal geführt, bevor sie überhaupt stattgefunden haben, und Entscheidungen immer wieder verschoben.

Ich hatte Ideen und Wünsche, aber gleichzeitig auch viele Zweifel.
Gedanken wie:

Diese Gedanken haben oft dafür gesorgt, dass ich Dinge lieber gar nicht erst gemacht habe. Nicht, weil ich sie nicht wollte, sondern weil mir das Risiko zu groß erschien. Rückblickend merke ich, dass ich mir selbst oft im Weg stand – aus Angst, etwas falsch zu machen


Warum ich mich für diese Veränderung entschieden habe

Das Zitat aus dem Lied hat mir klar gemacht, dass Nichtstun auch eine Entscheidung ist – und oft die bequemste. Aber eben auch die, die man später am ehesten bereut.
Also habe ich mir für dieses Projekt vorgenommen, bewusster nach diesem Satz zu leben.

Das hieß für mich konkret:

  • weniger alles zerdenken
  • weniger aus Angst absagen
  • öfter Dinge ausprobieren
  • auch mal etwas machen, obwohl es sich unsicher anfühlt

Natürlich nicht völlig kopflos oder ohne nachzudenken, sondern mutiger. Wenn ich gemerkt habe, dass ich etwas eigentlich möchte, habe ich versucht, mich nicht von meinen Zweifeln stoppen zu lassen.


Die ersten kleinen Schritte

Am Anfang waren es keine riesigen Veränderungen, sondern eher kleine Situationen im Alltag.
Ich habe Gespräche geführt, die ich sonst vermieden hätte.
Ich habe meine Meinung gesagt, obwohl ich unsicher war.
Ich habe Dinge ausprobiert, bei denen ich früher sofort gedacht hätte: „Lieber nicht.“

Diese Schritte haben sich manchmal unangenehm angefühlt. Ich war teilweise nervös, unsicher und habe mich gefragt, ob ich mich richtig entscheide. Aber genau das war der Punkt: Ich habe mich trotzdem getraut.


Was ich dabei gemerkt habe

Schon nach einiger Zeit habe ich gemerkt, dass sich mein Blick auf viele Situationen verändert hat. Ich hatte das Gefühl, mehr Teil meines eigenen Lebens zu sein, statt nur zuzuschauen.

Ich habe öfter Ja gesagt.
Ja zu neuen Erfahrungen.
Ja zu Momenten, die ich sonst aus Unsicherheit vermieden hätte.
Ja zu Dingen, die ich aus Faulheit oder Unwohlsein eigentlich absagen wollte!

Nicht alles lief perfekt. Manche Situationen waren irritierend oder einfach nur seltsam. Aber sie waren real – und sie gehörten zu mir. Und ich habe gemerkt: Diese Momente sind viel leichter auszuhalten als das ständige Grübeln darüber, was hätte sein können.

Nach einer Zeit ist mir aufgefallen, auch ohne immer an den Satz zu denken, lebe ich viel mehr danach. Ich mache dinge, die ich sonst gelassen hätte, ohne groß darüber nachzudenken.


Mein Umgang mit Fehlern heute

Ein besonders wichtiger Punkt für mich war der Umgang mit Fehlern. Früher habe ich Fehler als etwas Negatives gesehen, das man unbedingt vermeiden muss. Heute sehe ich sie eher als Teil des Lernens.

Wenn etwas nicht klappt, dann tut das zwar kurz weh, aber ich habe etwas daraus mitgenommen. Ich habe etwas erlebt, etwas gelernt, etwas über mich selbst verstanden.

Wenn ich es aber gar nicht erst versuche, bleibt nur diese offene Frage:
Was wäre gewesen, wenn…?

Und genau diese Frage fühlt sich oft schlimmer an als jeder Fehler.


Warum dieses Zitat für mich so viel bedeutet

Der Satz „Man bereut am Ende nur das, was man nicht probiert hat“ beschreibt für mich eine wichtige Wahrheit:
Wir wachsen nicht durch Sicherheit, sondern durch Erfahrungen.
Nicht jede Entscheidung muss richtig sein – aber jede Entscheidung bringt uns weiter.

Dieses Projekt hat mir gezeigt, dass Mut nicht bedeutet, keine Angst zu haben. Mut bedeutet, etwas zu tun, obwohl man Angst hat. Und das ist etwas, das man lernen kann.


Was ich aus dieser Zeit mitnehme

Ich bin durch diese Veränderung kein völlig anderer Mensch geworden. Ich habe immer noch Zweifel, Unsicherheiten und Tage, an denen ich lieber nichts riskieren würde. Aber ich lasse mich davon nicht mehr komplett aufhalten.

Ich versuche heute öfter, mir zu sagen:
Egal was dann passiert, es ist wert es zu probieren.

Denn am Ende möchte ich nicht auf mein Leben zurückblicken und mir denken „Hätte ich doch…!“. Ich will zurückblicken und meinen Enkelkinder erzählen können, was ich alles erlebt habe, egal ob das ein Erfolg oder absolutes Chaos war!

Also sollten wir einfach aufhören alles zu überdenken und mal, wie Provinz es sagt: Springen

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