Change — auf dem Weg zu einem besseren Ich

Veränderung — (un)sichtbar

Wenn wir an Veränderungen denken, denken wir oft an Etwas Sichtbares.
An etwas, was wir sofort erkennen können: ein neuer Lebenstil oder ein neues Aussehen. Wir neigen dazu, uns vor allem äußerlich verändern zu wollen. Besonders in unserer heutigen Gesellschaft sollen Veränderungen immer schnell und effektiv sein und sofort Ergebnisse zeigen.

Doch nicht jede Veränderung ist (direkt) erkennbar.
Manche Veränderungen brauchen Zeit und passieren leise im Inneren — und genau diese werden oft unterschätzt.

„Die größte Revolution ist die Veränderung des eigenen Inneren.“ – unbekannt

Der Entschluss etwas zu verändern

Während dieses Versuches habe ich gemerkt, wie selten wir uns im Alltag wirklich mit uns selbst beschäftigen. Arbeit, Schule und Famile nehmen viel Raum ein, während Gedanken und Gefühle oft in den Hintergrund rücken. Genau darauf habe ich mich in dieser Zeit bewusst fokussiert.

Zu Beginn des Versuches, hatte ich allerdings keine Ahnung, wie ich diese Veränderung überhaupt starten sollte. Ich wusste nicht, was genau ich verändern kann, um bewusster zu werden.
Im Gegensatz zu äußeren Veränderungen, wie zum Beispiel einer Ernährungsumstellung oder dem Aufhören mit dem Rauchen, gab es hier keinen klaren Plan und keinen festen Leitfaden. Diese Unsicherheit hat mich anfangs überfordert. Ich wusste zwar, dass ich etwas verändern möchte, aber nicht, wie ich dieses Ziel konkret erreichen kann. Daher geschah Anfangs auch gar nichts.

Deswegen habe ich angefangen, im Internet nach Begriffen wie „bewusster werden“, „Achtsamkeit“ oder „Selbstfürsorge“ zu suchen. Wie zu erwarten, wurden mir sofort unzählige Tipps vorgeschlagen. Unter anderem:

  • jeden Tag Tagebuch schreiben
  • sich ausschließlich auf das Positive konzentrieren
  • keinen übermäßigen Handykonsum
  • Meditation am Morgen

Anfangs war ich sehr motiviert, all diese Dinge umszusetzen.
Doch schnell merkte, dass es keinen Sinn hat, alles gleichzeitig verändern zu wollen.
Ich zwang mich teilweise, Wörter aus meinem Kopf zu pressen, nur um abends irgendetwas aufschreiben zu können. Ich versuchte, mich ausschließlich auf das Positive zu konzentrieren — was auch nicht immer einfach und ehrlich zu mir selbst war.
Das hat mich eher frustriert als geholfen, und mir gezeigt, dass Veränderung unter Zwang nicht funktioniert.

Die Kraft des Aufschreibens

Daraufhin überdachte ich alles noch einmal und wählte einen entspannteren Ansatz.
Ich habe bewusst auf feste To-do-Listen oder strenge Regeln verzichtet.

Stattdessen habe ich angefangen, meine Gedanken nur dann aufzuschreiben, wenn ich gemerkt habe, dass mir alles zu viel wird. Ich schreibe auf, was mich gerade bedrückt, oder welche Aufgaben mich gerade stressen. Aber auch Positive Momente, egal ob klein oder groß, schreibe ich auf. Dadurch bin ich aufmerksamer geworden und es lehrt mich, auch die kleinen Momente wertzuschätzen. Ich merke, dass ich mich im Alltag wieder über kleine Dinge freue, wie zum Beispiel meinen Kaffee am Morgen. Das Aufschreiben hat mir geholfen, Gedanken aus meinem Kopf herauszubringen und ihnen Raum zu geben, statt sie mit mir herumzutragen.
Dadurch hatte ich weniger das Gefühl, mich immer wieder im Kreis zu drehen. Gleichzeitig lernte ich, meine Gefühle warzunehmen, ohne sie sofort zu bewerten. Auch Entscheidungen fielen mir dadurch leichter, da ich wusste, was ich eigentlich möchte.

Selbstverständnis

Kommt dir das bekannt vor?

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Kommunikation. Egal ob im Beruf oder in Beziehungen. Es ist mir schon immer schwergefallen, Gedanken zu teilen, wenn ich sie selbst noch nicht verstanden habe.

Durch das Aufschreiben fiel es mir deutlich leichter, über meine Gefühle zu sprechen und sie klarer zu formulieren.

Zeit für mich selbst

Durch diesen Prozess wurde mir bewusst, wie wichtig es ist, sich regelmäßig Zeit für sich selbst zu nehmen. Auch wenn ich in diesem Versuch keine stark sichtbaren Veränderungen erzielt habe, erinnerte es mich daran im Alltag öfter auf mich selbst zu hören.

Die Zeit des Schreibens wurde für mich zu einem kleinen Ritual, das mich aus dem stressigen Alltag wieder zu mir selbst zurückholt. Meistens schreibe ich meine Gedanken vor dem Schlafen gehen auf. Dadurch habe ich das Gefühl, einen freieren Kopf zu habe und ruhiger schlafen zu können.

Leise Veränderungen zählen

Abschließend habe ich erkannt, dass ich auch ohne perfekten Plan und ohne Zeitdruck bewusster werden kann. Wir neigen oft dazu, am Anfang zu viel auf einmal verändern zu wollen. Diese Übermotivation führt häufig dazu, dass Veränderungen nach kurzer Zeit keinen Spaß mehr machen oder ganz aufgegeben werden.

Das gilt nicht nur für innere Veränderungen, sondern auch für Bereiche wie Ernährung, Sport oder andere Lebensgewohnheiten. Veränderungen sollen langfrisitg und so gestaltet werden, dass sie sich gut anfühlen und Teil des Alltags werden können.

Gerade bei inneren Veränderungen zeigt sich oft erst mit der Zeit, wie wichtig sie sind — auch wenn sie für unsere Mitmenschen unsichtbar bleiben.

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